Der Umfang der Investitionstätigkeit zum Neubau oder zur Modernisierung von Einzelhandelsflächen in den Jahren 2006 und 2007 war ausgesprochen hoch. In keiner anderen Stadt wurden gleichzeitig so viel großflächige Projekte realisiert wie in Berlin. Die vorrangig in Hauptzentren (City-Ost: ALEXA bzw. City-West: Saturn) oder Bezirkszentren (Forum Steglitz) realisierten Verkaufsflächen markieren eine Trendwende, die auch vom Senat unterstützt wird: Die innerstädtischen Standorte sollen gestärkt werden. Im Jahr 2008 wurden in Berlin rund 120.000 m² Verkaufsflächen fertig gestellt. 2009 wird ein vergleichsweise moderates Flächenvolumen von knapp 74.000 m² fertig gestellt.
In den letzten Jahren sind die Bezirkszentren durch hohe Investitionstätigkeit, Umbau ehemaliger Warenhäuser bzw. Eröffnungen neuer Shopping-Center gestärkt worden. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang z. B.:
Alexanderplatz: Mit den weiter voranschreitenden Umgestaltungsmaßnahmen und der Eröffnung des ALEXA (42.000 m²) im Jahr 2007 entwickelt sich der Platz inzwischen zu dem zentralen Einzelhandelszentrum im östlichen Teil der Stadt.
Friedrichstraße: Mit der Fertigstellung der Verkaufsflächen im Quartier Upper Eastside und dem Umbau des Lindencorsos gewinnt die Friedrichstraße noch weiter an Attraktivität.
Schlossstraße: Sie gehört zu den beliebtesten Berliner Einkaufsstraßen, deren Einzugsbereich den gesamten Berliner Südwesten und inzwischen auch Teile Brandenburgs umfasst (Das Schloss 36.000 m², Schlossstraßen-Center 16.000 m², Forum Steglitz).
Wilmersdorfer Straße: Die einzige wirkliche Fußgängerzone Berlins ist mit der Fertigstellung der Wilmersdorfer Arkaden (23.000 m²) ein weiterer Anziehungspunkt zu dieser Straße hinzugekommen.
Die aktuelle wie die künftige Flächennachfrage konzentriert sich immer mehr auf innerstädtische 1a-Lagen. Große Spielräume werden v.a. in der City-West, rund um den Zoologischen Garten und in der City-Ost (Alexanderplatz, Friedrichstraße, Leipziger- und Potsdamer Platz) gesehen.
Der Alexanderplatz ist Einkaufsmagnet ist "Aufsteiger des Jahres".
Die Attraktivität des Berliner Einzelhandels wird künftig sowohl gegenüber dem Umland als auch gegenüber den Touristen weiter zunehmen. Hierdurch gewinnt Berlins Kaufkraft.
Berlin ist Shopping-Hauptstadt und vergleichbar günstig für Touristen.
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungsbauten ist in den vergangenen Jahren fast ununterbrochen gesunken und dürfte dadurch 2008 mit nur 175.000 Einheiten so niedrig gewesen sein wie zuletzt vor 20 Jahren. Dabei hat in den letzten Jahren der Geschosswohnungsbau überdurchschnittlich stark gelitten. Angesichts der schlechten gesamtwirtschaftlichen Aussichten, die den Arbeitsmarkt in Deutschland in den kommenden Monaten noch spürbar treffen werden, sehen wir in diesem Jahr auf keinem der betrachteten Standorte Spielraum für eine deutliche Erhöhung der Wohnungsmieten. Mit einem Rückgang der Mietpreise rechnen wir wegen der schwachen Bautätigkeit aber nicht.
Für 2009/10 zeichnet sich aufgrund der aktuellen Baugenehmigungen eine leichte Steigerung der Fertigstellungszahlen ab. Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen hat sich im Jahr 2008 nahezu verdoppelt.